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Herpetologischer Spätsommer im Großen Moor und im Stadtforst von Ribnitz (Mecklenburg-Vorpommern)

Ein Bildbericht von GUNTRAM DEICHSEL, Biberach an der Riß (Dezember 2013)

Das Ribnitzer Große Moor ist ein 274 ha großes Naturschutzgebiet etwa 30 km nordöstlich von Rostock. Es grenzt im Nordwesten an die Ostsee und im Südosten an den Ribnitzer Stadtforst, der auf Heidesandboden steht. Die Ostsee beeinflusst durch ihre Nähe das Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,5 °C; das 100-jährige jährliche Mittel des Niederschlages liegt bei 600 mm. Die Witterung zeichnet sich durch milde Winter, hohe Luftfeuchte und starke Seewinde aus.

Nach dem Ende des jahrhundertelangen Torfabbaus 1953 wurden verschiedene Wiedervernässungsprojekte eingeleitet, zuletzt ein großes Renaturierungsprogramm ab dem Jahr 1995. Seither hat sich die ursprüngliche beeindruckende Biodiversität wieder zurück entwickelt. Es finden sich in dem Areal alle Übergangsformen von Bruchwäldern über das Nieder- zum Hochmoor. Glockenheide, Sumpfporst und Gagelstrauch sowie Sumpfohreule und Kranich sind einige bemerkenswerte Beispiele für die Artenvielfalt, die sich auch in der Herpetofauna mit zehn Arten wiederspiegelt.

Ich nahm am 21. August 2013 an einer Führung des Schulungs- und Informationszentrums Wald und Moor, Neuheide im Ortsteil Neuheide von Ribnitz-Damgarten teil. Die 7,5 km lange Wegstrecke führt vom Informationszentrum auf dem Moorweg durch den Ribnitzer Stadtforst zum Exkursionsweg, der in einer Schleife das Moor durchquert und wieder zurück nach Neuheide.

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Abb. 1: Informationstafel mit eingezeichneter Lage des Informationszentrums (Ellipse), Moorweg durch den Stadtforst und Exkursionsweg durch das Moor (Schleife). Die Führungsdauer vom Informationszentrum und zurück beträgt etwa 3 Stunden.

Abb. 2: (© Guntram Deichsel) Ausgangspunkt der Führung beim Informationszentrum mit "einschlägigen" Holzplastiken aus bearbeiteten Baumstämmen, einem eingezäunten Teich und Informationstafeln.

Im Folgenden stelle ich die Herpetofauna von Wald und Moor anhand von eigenen Beobachtungen während der Führung und während zweier weiterer Exkursionen an den Folgetagen auf eigene Faust vor sowie mit Bildern anderer Fotografen, die mir der Mitarbeiter des Informationszentrums Holger Tessendorf freundlicherweise überließ.

Abb. 3: (© Guntram Deichsel) Dieses Teichmolchweibchen Lissotriton v. vulgaris fand ich unter einem Stück Totholz.

Abb. 4: (© Guntram Deichsel) Ausgangspunkt des "Exkursionsweges" durch das Moor – ein künstlich angelegter Naturlehrpfad.

Abb. 5: (© Guntram Deichsel) Ein Waldeidechsenpaar Zootoca v. vivipara nutzt Hohlräume in der Borke einer Birke in 1 m Höhe als Nacht- und Fluchtversteck – ein vor Kreuzottern sicheres Refugium. In der Morgensonne ist die Fluchtdistanz noch gering.

Abb. 6: (© Guntram Deichsel) *Der Vater und seine Kinder*: Der Stamm ist auch mit mehreren Waldeidechsen-Jungtieren des Vorjahres besetzt. Es scheint, als würde hier ein Familienleben gepflegt.

Abb. 7: (© Guntram Deichsel) Waldeidechsen-Jährlinge an demselben Birkenstamm.

Abb. 8: (© Guntram Deichsel) Dieser Waldeidechsen-Jährling nutzt die frühe Morgensonne durch Spreizen der Rippen intensiv aus.

Abb. 9: (© Guntram Deichsel) Eine junge Ringelnatter Natrix n. natrix hat einen Kieferstamm bis in 1 m Höhe erklettert, um ebenfalls in den Genuss der frühen Morgensonne zu kommen.

Abb. 10: (© Guntram Deichsel) Auch ihre Fluchtdistanz ist am frühen Morgen noch gering. Alle Ringelnattern des Moores sind dunkel schiefergrau bis schwarz gefärbt – eine thermoregulatorische Anpassung an das kühle Moorklima.

Abb. 11: (© Guntram Deichsel) Holger Tessendorf, ein Mitarbeiter des Informationszentrums Wald-Moor, erklärt meiner Besuchergruppe den früheren Torfabbau und die Renaturierung des Moores seit 1995, die die Rückentwicklung einer beeindruckenden Biodiversität zur Folge hatte.

Abb. 12: (© Guntram Deichsel) Ein ehemaliger Torfstich, durch die Wiedervernässung 1995 geflutet.

Abb. 13: (© Norbert Pusback) Dieser Wasserfrosch Pelophylax kl. esculentus sonnt sich auf einem Blatt der gelben Teichrose.

Abb. 14: (© Horst Seack) Nachmittags kann man in den gefluteten ehemaligen Torfstichen schwimmende Ringelnattern beobachten…

Abb. 15: (© Norbert Pusback) … die sich nach dem Bad am Ufer in der Sonne wieder aufwärmen.

Abb. 16: (© Norbert Pusback) Diese Ringelnatter hat einen Moorfrosch Rana arvalis erbeutet. Der Schlingakt erfordert eine große Kraftanstrengung der Schlange.